Alain Mabanckou: Morgen werde ich zwanzig

mabanckou_morgen-zwanzigMit Kinderaugen im Kongo

– Der zehnjährige Michel lebt mit seiner Mutter Pauline – einer Zweitfrau – in dem von seinem Stiefvater Roger für sie gekauften Häuschen in Pointe-Noire, in der Republik Kongo. Ende der 70er Jahre ist das Land beinahe 20 Jahre unabhängig, steckt nach einem brutalen Krieg in einer Diktatur unter Mobutu Sese Seko fest und wird zerfressen von Korruption und politischer Willkür. Der preisgekrönte frankophone Autor Alain Mabanckou, der in diesem Jahr für den Man Booker International Prize nominiert ist, schaut auf all das mit den Augen eines Kindes und schafft ein liebevolles Porträt seiner Heimat, mit viel Komik, einem Sinn für Details und jeder Menge Widersprüche. Von Sophie Sumburane.

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Lola Shoneyin: Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi

lola-Shoneyin_geheime-LebenDie Akademikerin

– In den vergangenen Wochen war das westafrikanische Land Nigeria in den Medien präsent wie selten. Rund 200 von der Terrorgruppe „Boko Haram“ verschleppte Schülerinnen werden nach wie vor vermisst, mittlerweile drei Bomben explodierten auf nigerianischen Schulhöfen und die Regierung scheint hilflos. „Westliche Bildung ist Sünde“ lässt sich der Name der Täter übersetzen, im Namen des Islam versuchen sie Mädchen von Bildung fern zu halten. Wie aktuell das Patriarchat auch unter der normalen Bevölkerung in Nigeria noch heute ist, zeigt der vor diesem Hintergrund noch brisantere Debüt-Roman „Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi“ von Lola Shoneyin, der auf Platz 1 des „Weltempfängers“, der Bestenliste der Litprom, steht. Von Sophie Sumburane

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NoViolet Bulawayo: Wir brauchen neue Namen

Bulawayo_neue-namenAus dem Paradies nach „mein Amerika“

– In einem zunächst namenlosen afrikanischen Land lebt die zehnjährige Darling mit ihren Freunden und der Mutter in einer Blechhüttensiedlung namens „Paradies“. Täglich ziehen sie los, um in „Budapest“, dem Stadtteil der Reichen, Guaven zu klauen, was nicht selten das Einzige ist, was ihre Kinder am Tag zum Essen bekommen. In ihrem Debütroman „Wir brauchen neue Namen“ zeichnet die Autorin NoViolet Bulawayo, die gebürtig Elizabeth Zandile Tshele heißt, eine Kindheit nach, die zwischen Sehnsucht, Freude und Enttäuschung pendelt. Von Sophie Sumburane

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Christopher Mlalazi: Wegrennen mit Mutter

malazi_wegrennenLiterarische Aufarbeitung eines Massakers

– Der Autor Christopher Mlalazi aus Simbabwe ist in englischsprachigen Feuilletons schon länger bekannt. Durch verschiedenste Veröffentlichungen, beispielsweise von Kurzgeschichten aber auch Theaterstücken und Romanen, welche vor allem in seiner Heimat stark polarisierten. „Wegrennen mit Mutter“ ist nun sein erster auf Deutsch erschienener Roman und gleichzeitig Auftakt der neuen Afrika-Reihe des Horlemann Verlags. Von Sophie Sumburane.

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