Die Sächsische Schweiz und die AfD #fckAfD

Gedanken einer Mutter äußerlich nicht deutscher Kinder zum Ergebnis der AfD

Die Sächsische Schweiz

Dass es in Deutschland Orte gibt, an die man nicht geht, wenn man scheinbar kein Deutscher ist, dass wusste ich schon länger. Spätestens, seit damals, als ich im Pizzaladen um die Ecke arbeitete und die dortige Bäckerin rief: „Hey, guckt mal der Schwarze (sie sagte ein anderes Wort) da draußen. Holt den mal rein, ich wollte schon immer einen dressierten Affen, der mir mein Bier bringt.“ Sie fuhr am nächsten Tag in den Urlaub – in die Sächsische Schweiz. Diese Sächsische Schweiz, in der die AfD gestern 35,5% der Stimmen bekam, die, wie vielen bekannt ist, schon lange eine Hochburg der Rechten in Deutschland ist. In diese Sächsische Schweiz fuhr die Rassistin, die für ihren Spruch Gelächter bekam, zusammen mit Freunden in einem auffälligen BMW, der vor Nazi-Symbolik triefend unbehelligt vor unserer Leipziger Haustür parkte.

Die Sächsische Schweiz ist der Ort, wo ich schon damals mit meinem aus Mosambik stammenden Partner und unserer gemeinsamen Tochter wohl nicht in den Urlaub gefahren wäre. Was ich als gar nicht weiter betrauernswert empfand, dass es eben Berge gibt, die ich nur auf Fotos sehen werde. Fotos zum Beispiel von Facebook-Freunden, die romantische Bergpanorama Bilder posten und die Beflaggung an den Häusern der Dörfer unkommentiert wehen lassen. Ebenso, wie ich den Spruch der Pizzabäckerin. Was soll das schon bringen? Die sind halt dumm, lasse reden.

Das war vor fünf Jahren. Wir leben nicht mehr in Leipzig, auch, weil der latente Rassismus uns zu zermürben drohte. Weil wir es nicht mehr hören konnten, wenn Menschen im Zoo sagten: „Schau, da ist einer aus dem Affenhaus abgehauen.“ Weil wir uns nicht mehr zwei Mal überlegen wollten, ob man Abends wirklich noch mal auf die Straße will, ob man wirklich ein sprichwörtliches Fass aufmachen muss, wenn ein Kind aus dem Kindergarten das eigene Kind als „Kaka“ bezeichnet und die Mutter lacht, ob man sich wirklich ärgern will, wenn die Nachbarn tuscheln: „Seit die Schwarze hier wohnt, spielen die Kinder viel lauter.“, ob man sich wirklich als „stinkend“ bezeichnen lassen möchte.

Unter anderem all das haben wir stillschweigend hingenommen, haben unsere Sachen gepackt und sind weg aus Sachsen, wo die AfD gestern stärkste Kraft geworden ist, nach Potsdam, doch die braune Soße ist uns hinterher geflossen.

Zugegeben, es hat gedauert, aber nun gibt es auch hier Orte, an die wir nicht gehen wollen. Menschen, denen wir nicht begegnen wollen. Es gab sie schon immer, einige wenige. Kaum sichtbar, nur für die, die sich ihnen in den Weg stellen, durch Taten oder durch die äußere Erscheinung. Doch nun werden sie mehr und davor habe ich Angst.

Ich möchte meinem Kind nicht erklären müssen, warum die Leute ständig ihre Haare anfassen wollen, warum andere Kinder über sie lachen, nur weil sie da ist, warum man sie im Schwimmunterricht mehrfach fragt, ob sie wirklich schwimmen könne, bevor man sie ins Wasser lässt, warum die Menschen sie immerzu fragen, woher sie kommt.

Ich möchte nicht mit ansehen müssen, wie eine Partei die rote Linie durch ständiges Übertreten immer mehr in die Mitte schiebt, immer ein Stück weiter, immer noch ein bisschen krasser. Ich möchte nicht ertragen müssen, dass Rassismus wieder salonfähig wird.

Ich weiß, dass er es schon längst geworden ist. Ich weiß, dass man als äußerlich Deutscher davon kaum etwas spürt, den Kopf über einen Gauland schüttelt und den Fernseher abstellt, abharkt, weiter macht. Ich weiß aber auch, wozu das führt.

Damals, vor fünf Jahren, nahm ich meine Pizza-Bestellung und trug sie zum Auto, schüttelte den Kopf über den dressierten Affen und versuchte, das zu vergessen. Heute fühle ich mich, als hätte ich meine Familie verraten, weil ich nicht schon damals etwas sagte, etwas tat.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es Orte gibt, an die ich nicht gehen darf. In der ein kleines Kind ein Aggressor ist, ein Ding, das man anfassen und bestaunen kann. Das in den Mathe-Nachhilfeunterricht für Dyskalkulieverdacht geschickt wird, in dem sich sämtliche äußerlich nicht deutsche Kinder der Klassenstufe treffen.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich auf offener Straße gefragt werde, ob sich mein Schwarzer (wieder ein anderes Wort) fröhlich das Visum ervögelt hat und nun in Saus und Braus auf Staatskosten lebt, wenn ich mit meinen Kindern ohne ihn unterwegs bin. Wenn er doch mitkommt, ist er übrigens ein arbeitsloser Schmarotzer, der unsere Deutschen Frauen stiehlt. Als ob Frauen nicht mündig wären selbst zu entscheiden, an wen sie sich binden, aber das macht ein anderes Fass auf.

Ich habe Angst vor der AfD, vor dem Menschenbild, das diese Partei schürt, vor dem Feuer, dass sie legt. Angst, weniger um meinet Willen, als für meine Kinder, die einen Hass zu spüren bekommen, den sie nicht verstehen können. Den ich nicht verstehen will.

161 Gedanken zu “Die Sächsische Schweiz und die AfD #fckAfD

  1. https://archive.org/stream/DerSklavenhandel-EineSpezialitaetDerJuden200217S..pdf/NeyJohannes-DerSklavenhandel-EineSpezialitaetDerJuden200217S._djvu.txt

    https://de.scribd.com/document/335170907/Race-and-Crime-Metapedia

    das system brauch naive weibchen wie dich die die wahrheit mit kampfbegriffen bekämpfen und laut NAZI schreien reflexartig.

    frauen wie du sind einfach dumm.
    keinen sinn für geostrategie, volk und rasse.
    null mehrwert hast du, rassenschande haste begangen, hetzen gegen deutsche den ganzen tag.

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    1. Wo hetzt hier wer gegen Deutsche?
      Und was soll dieser Rassenblödsinn? Es gibt keine Menschenrassen, es gibt nur Menschen. Und alle verdienen, anständig behandelt zu werden. Lies mal Artikel 1 im Grundgesetz. Das gilt hier in Deutschland. Und wenn’s Dir hier nicht gefällt, dann geh woanders hin.

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    2. Wenn es watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es ein Nazi: Man kann nicht faschistisches Vokabular und nationalsozialitisches Gedankengut benutzen und dann vor der letzten Konsequenz zurückschrecken und sagen, man wär ja eigentlich kein Nazi. Doch, genau so geht Nazi, das gilt für dich und auch für die Brandstifter der AfD.

      Deutschland und Europa sind eine Wertegemeinschaft: Sophie, ihre Kinder und ihr Mann gehören dazu, wer solches Vokabular benutzt, gehört nicht dazu. Und wir lassen uns von Typen wie Dir den Begriff „Deutsche“ nicht wegnehmen: Wir sind Deutsche und Du nicht, also hau‘ ab und such Dir irgendwo anders ein arisches Alptraumland.

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    3. Und DU begehst Intelligenzschande! Ihr dummen Scheiß-Nazis habt den Krieg schon einmal verloren und ihr werdet ihn wieder verlieren! Ihr könnt ja ehe nur noch auf Frauen und Kinder losgehen, so klein wie Eure „arischen“ Eier sind.

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    4. Du liegst richtig mit der Einschätzung, dass hier Kampfbegriffe benutzt werden – reflexartig.

      Der Rest ist Unsinn und das macht das Problem größer – nicht kleiner. Auch wenn Dir das vielleicht nicht klar ist

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  2. Dieser Alltagsrassismus ist wirklich zum Heulen. Zu meiner Grundschulzeit hat mich einer dieser Nazis als „scheiß Polackin“ diffamiert und daran erinnert, ich „soll bloß nicht glauben, [sie können] mein jüdisches Blut nicht riechen“. Ich bin weder das eine noch das andere, auch wenn ich zugebe, dass ein Teil meiner Familie aus Polen geflüchtet war. Selbst wenn man „deutsch aussieht“ (oder in meinem Fall offenbar nicht???) scheinen diese intellektuellen Leichtgewichte einen Grund zu finden, um sich aufzuspielen. Damals konnte man die Rechten noch an ihren kahlrasierten Schädeln und Springerstiefeln erkennen. Ich hab mir – ähnlich wie du dir bei deinem Beispiel mit der Pizzabäckerin – nichts weiter dabei gesagt. Das sind doch nur einzelne Spinner, hab ich mir gedacht. Inzwischen aber würde mir nicht im Traum einfallen auch nur einen Fuß in den Osten zu setzen.

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    1. Wissen Sie, Sie haben vollkommen Recht. Die Autorin und ihre Familie leben in einer Blase. In einer Blase, die sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Es ist eine Blase, in die jeder reingesteckt wird, dem man seine Verbindungen zu Menschen aus dem Ausland ansieht. Das ist das einzige Kriterium um in dieser Blase zu landen und all die Erfahrungen zu machen, die die Autorin sehr glaubhaft schildert. Sind Sie nicht in dieser Blase, machen Sie die Erfahrungen auch nicht. Mit offenen Augen und Ohren haben Sie aber durchaus die Chance mitzukriegen, wie anderen das passiert.
      In einer vergleichbaren Blase leben übrigens auch Menschen mit einer Behinderung, offen homosexuelle Menschen und in vielen Situationen auch die meisten Frauen. Es gibt eben Diskriminierungen und Gedankenlosigkeiten, die nur für eine Gruppe von Menschen reserviert werden.
      Merke: Nur weil etwas nicht mir selbst passiert, heißt das nicht, dass es nicht passiert. Einfach mal zuhören und genau hinschauen.

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  3. Na Sie müssens ja wissen. Fahren Sie mal zu Himmelfahrt an den Bergwitzsee bei Wittenberg. Aber Vorsicht: Sie sollten nochmal kontrollieren, ob Sie auch wirklich arisch sind. Vielleicht platzt aber dort IHRE Blase.

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  4. Meine Jungs sehen deutsch aus, aber haben muslimische Namen. Was hier im Westen kein Problem ist, aber in der Heimat meiner Eltern, Sachsen, schon schwierig ist. Da überlegt man genau was man ruft.
    Lg Carlinda

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  5. Vielen Dank für Ihre Ehrlichkeit. Auch ich musste Rassismus ertragen, seitdem ich ein Kindergarten Kind war.
    Durch Eltern, die ihren Kindern eingeredet hatten, dass ich nach Kacka stank und man mich nicht anfassen durfte, weil ich so schmutzig war und vermutlich abfärben würde. Ich musste viele Raufereien aushalten, mit Jungs, die stärker waren als ich. Aber ich wollte mich nicht schlagen und ungerecht behandeln lassen, dass wusste ich damals schon.
    Meine Eltern nahmen das alles nicht so ernst, denn die waren den ganzen Tag arbeiten und hatten zwar einige rassistische Erlebnisse, aber die haben sie als Einzelfälle abgetan. Ich nehme an, so war es einfacher es zu ertragen. Leider haben mich beide alleine gelassen, bei meinem persönlichen Kampf gegen den Rassismus. Auch mich hat die braune Soße überallhin verfolgt. Aber ich stehe noch und kämpfe weiter gegen diese Krankheit!
    #NieWiederSchweigen

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  6. Das Schlimme an der aktuellen Entwicklung ist nicht der Rassismus, Sexismus, Nationalismus und die Sehnsucht nach absoluter Führung. Rassismus und Sexismus erleb ich seit ich denken kann jeden Tag, von CDU-/SPD-/Grünen- und ganz besonders gern auch von Linke-Wählern. Nein, das Schlimme an einer realen AfD am Regierungstisch ist der Rückfall in eine Zeit, deren Überwindung unsere Zivilisation gerade den weniger Glücklichen der Welt entrissen hatte, durch deren Unterdrückung und Ausbeutung, wohlgemerkt: nämlich die Zeit, in der wir noch nicht über das hohe Gut der Freiheit im Alltäglichen, wie im Geiste verfügen konnten, und zwar jeder von uns. Dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass jeder sagen und denken und tun darf, was er oder sie will (solange man niemandem damit schadet). Dass man die eigene Freiheit und die der anderen verteidigt (auch wenn man deren Nutzung derselben missbilligt).

    Nein, wir leben nun wieder in einer Zeit, in der Menschen wählbar sind, die finden, dass es in Ordnung ist, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben/denken/arbeiten/lieben haben. Weil es für sie nur eine Art gibt, dies alles zu tun. Weil es für sie nur eine bestimmte Art Mensch gibt, der es zu steht, dies auf diese Art zu tun.
    Cis-white people.

    Pluralismus und political correctness sind keine leeren Worthülsen. Sie sind die Grundlage für eine freie und moderne Gesellschaft. Es sind keine Zustände und Fesseln, die überwunden werden müssen, sondern Ziele, auf die wir zustreben sollten, egal wie unerreichbar Sie uns erscheinen -denn das Streben danach bringt erst die besten Menschen, die wir sein können, in uns hervor.

    Wir schulden es denen, die in Zustände leben müssen, die es ihnen nie erlauben werden, eben diese Ziele anzustreben, unsere Möglichkeiten so gut es geht zu nutzen und uns nicht in bequeme faschistische Blasen zurückzuziehen, nur, weil uns droht, dass wir womöglich ein paar Privilegien struktureller Ungleichheiten verlieren.

    Wir können trauern. Wir können wütend sein. Wir wissen trotzdem, dass es nicht in Ordnung ist, aus diesen Gefühlen heraus zu handeln. Deshalb anderen ihr Leben vorzuschreiben, sie zu verletzen, zu demütigen.

    Das Schlimme an der AfD ist, dass der Konsens, dass Faschismus nicht in Ordnung ist – auch wenn jeder hin und wieder einzelne Gedanken hat, die dort zuhause sind – hier und jetzt geendet hat. Und als Folge dessen: dass man nicht mehr an sich arbeiten muss, sondern diese Gedanken/Gefühle als legitim betrachtet werden. Das ist ein Angriff auf unsere Grundwerte.

    Unsere gesamte Entwicklungsfähigkeit, den Willen zur Zukunft, zur stetigen Verbesserung, eben das, was uns menschlich macht, steht auf dem Spiel – und #87prozent haben das noch nicht begriffen.

    Wie soll das noch werden.

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    1. „Das Schlimme an der AfD ist, dass der Konsens, dass Faschismus nicht in Ordnung ist – auch wenn jeder hin und wieder einzelne Gedanken hat, die dort zuhause sind – hier und jetzt geendet hat. “

      Nein, das ist kein Verdienst der AfD, sondern der s.g. Antifaschisten! Ignazio Silone sollte Ihnen da weiterhelfen können:

      «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»

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      1. Der arme Silone…ausgerechnet die Deutschen missbrauchen ihn weidlich:
        https://lagushkin.wordpress.com/2013/06/04/uber-untergejubelte-aber-gern-verwendete-zitate/

        Sie meinen also, die Antifaschisten hätten den Hass auf Fremde provoziert? Als es in der angeblich antifaschistischen DDR noch keine Einwanderungswellen gab á la BRD und italienische/türkische Gastarbeiter, lebten in unserer Nachbarschaft ein paar wenige chilenische Immigranten, kurz nachdem Pinochet die Macht in Chile ergriffen hatte. Kaum jemand interessierte sich für diese sehr zivilisierten und gut integrierten Ausländer, niemand konnte verstehen, warum ich als teenager ohne Hemmungen mit ihnen gesprochen, gelacht und meine Freizeit verbracht habe. Das alles ist 40 Jahre her, niemand musste Angst vor einer „Chilenisierung“ haben und trotzdem steckten tief in den Köpfen völlig haltlose Ressentiments gegenüber dem anderen- ohne diese überhaupt zu kennen. Das hat mich geprägt, ich habe ein Problem mit diesen Deutschen, für die Bockwurst mit Kartoffelsalat (esse ich übrigens sehr gern!) der Mittelpunkt des Lebens ist.
        Nein, der Mittelpunkt des Lebens ist immer der Respekt vor dem Leben. Leider haben wir das immer mehr vergessen, je weiter wir in den Wohlstand eingetaucht sind.

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  7. Wenn man von der Grundschullehrerin als Klassenbeste gesagt bekommt „Ist ja ein Wunder, dass Du so intelligent bist, wo doch der Vater ein ***(bitte despektierlichen Begriff für dunkelhäutige Deutsche NICHT einfügen) ist!“

    Wenn die von den Eltern eingeforderte Entschuldigung derselben Grundschullehrerin sich so anhört „Ich bin ja gar nicht gegen Kinder aus Mischehen, aber es ist biologisch erwiesen, dass die armen Kinder immer das schlechteste beider Rassen mitbekommen!“ und man dann bis zum aufklärenden Biologieunterricht im Gymnasium täglich darauf wartet, dass sich dieses Schlechteste in einem den Weg bahnt – Deutschland 1987

    Wenn man ständig gefragt wird, wo man „eigentlich/richtig/in echt/ursprünglich/wurzeltechnisch“ herkommt (aus Sachsen) –

    Wo man so gut Deutsch gelernt hat (nicht in Sachsen) –

    Wenn die eigene Mutter auf die Frage, warum sie mit Anfang vierzig nur mit einem Kleinkind unter dem Arm aus Sachsen weg ist, sagt „Ich wollte dort nicht noch ein braunes Kind großziehen“ –

    Wenn man immer wieder erzählt bekommt, dass man es ja gut hat, weil die *** (wieder despektierlicher Begriff für du dunkelhäutige Deutsche) so gut im Sport sind. Und in Musik. Und so schön tanzen können (kann ich nicht). Und das überhaupt kein Rassismus sei, weil das ja nett gemeint ist –

    Wenn einem der Arzt zum Thema Verhütung sagt „bei Leuten wir Ihnen machen wir keine Sterilisation, das lohnt sich nicht, die ***(jaja, s.o.) wollen doch immer viele Kinder, das weiß man doch aus dem Fernsehen“ –

    Ob man mal die Haare anfass…(zu spät für Ja oder nein, Hand ist schon drin) –

    Wenn einem der Chef Komplimente macht, während er einen streichelt „Du hast es gut, Du musst Dir die Arme ja nicht rasieren, viele von Euch dunkle Exotinnen haben da ja ganz viele Haare“ –

    Deutschland, immer wieder Deutschland.

    Wenn man am Morgen nach der Wahl aufsteht, sein blondes, blauäugiges Kind im Arm hält und immer, immer wieder nur denken kann „wenigstens du siehst arisch aus, du kannst rausgehen“ – Deutschland 2017.

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  8. Ich bin puppenporcelainweiß, habe aber sehr extreme locken die ab und an von selbst zu einer art afro mutieren, aber bei weitem nicht afrikanisch. In den fünf Jahren die ich in Ostsachsen gelebt habe wurde ich oft genug gefragt, ob ich den Schwarze (teilweise anderes wort genutzt) neuerdings gerne auch ob ich einen nafri elternteil hätte… Und das war schon unangenehmen, wobei mich meine Hautfarbe bestimmt vor schlimmerem gehütet hat.

    Tatsächlich ist meine Familie aber Polnisch und ich wurde deswegen auf der Straße bespuckt, zum glück nur zwei Mal angegriffen und beide Male relativ glimpflich weggekommen…

    An meiner Schule wurden Hitlergrüse zum Spass gezeigt und bis auf ein paar polnische Lehrer*innen und die Geschichtslehrer*in und noch so zwei deutschlehrerinnen hat es niemanden gejuckt, als noch Punks an der Schule waren wurden die Schüler dann wenigstens zurückgewiesen sonst aber kaum. Im Unterricht hat ein Schüler alle Stophen der Deutschlandhymne gesungen, er macht jetzt eine Offiziersausbildung…

    Hausverbot in einem Laden weil ich auf einer Gegendemo zum örtlichen Pegida-Ableger war (alsob ich den Laden nachdem ich erfuhr wem er gehört je freiwillig wieder betreten hätte) bekommen…

    Ich bin froh bald hier weg zu sein.

    Aber wenigstens gab es ein paar Leute im Ort die versuchen sich zu wehren, aber es wird für uns/sie immer schwerer weil immer mehr heimliche Rechte aus ihren Löchern kriechen…

    Aber auch als meine Familie davor im Westen gewohnt hatte konnte man Fremdenhass zu spüren bekommen, mit etwa fünf bekam ich von einem Nachbarn zu hören „ihr Polen seid doch alle dreckige Juden“ der Satz klingt mir bis heute in den Ohren nach, das Beste, als wir am Anfang der Oberstufe einen Aufsatz über unsere Kindheit im Englischunterricht schreiben sollten, glaubte meine Lehrerin mir das nicht, es gäbe doch keine Rechten mehr in Deutschland meinte sie, und dass trotz Jungnazis an der Schule…

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  9. Eine Bemerkung am Rande: wie müssten denn Ihr Kinder aussehen, damit sie eine „Mutter äußerlich deutschaussehender Kinder“ wären? Ihre Kinder sind Deutsche. Es gibt also mindestens zwei (oder mehr) Deutsche, die so wie ihre Kinder aussehen. Es gibt kein nicht-deutsches Aussehen, denn „Deutschsein“ ist keine Hautfarbe.

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  10. Ich (männlich, 31, geborener Hamburger) habe auch die AFD gewählt und stehe da nach wie vor zu.

    Das was ich in Ihrem Artikel gelesen habe, schockiert mich ein stückweit.
    Das ist Rassismus und ich verurteile es, wäre ich live dabei gewesen hätte mich dieses Verhalten angeekelt und mir starkes Unwohlsein bereitet.

    In so einem Land möchte ich auch nicht leben!

    Ich habe ein Misstrauen gegenüber den großen Medien gegenüber, weil dort manchmal seltsame Manipulationen aufgedeckt werden.
    So ein Bericht direkt aus dem Alltag ist deswegen eine Wohltat für mich.
    Ich glaube Ihnen was Sie schreiben.

    Ich denke und hoffe das die AFD nicht rechtsextrem ist/wird und finde wichtig, das in der Politik nicht weitergemacht wird wie bisher.

    Hier in Hamburg gibt es Viertel (Wilhelmsburg bspw.) wo man fast nur noch Ausländer antrifft. Der Umgang mit den Deutschen ist häufig nicht respektvoll. Häufig verstehen sie Freundlichkeit/Höflichkeit als Zeichen der Schwäche. Ein dominantes Auftreten ist somit ein anstrengendes Muss unter Männern, obwohl ich (kulturell?) einen anderen Umgang bevorzugen würde.

    Auch im Fitnessstudio habe ich schon stark abwertende Töne gegenüber Deutschen gehört.
    Die Migranten hier sind nach meiner Erfahrung weit weg von einer dankbaren Mentalität, eher im Gegenteil.

    Mir tun Ihre Erfahrungen leid und finde, das dort unbedingt umgedacht werden muss, gleiches gilt aber auch für einen mMn großen Teil der Migranten.

    Mit freundlichem Gruß
    Johannes Müller

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    1. Endlich mal ein AfD Wähler der vernünftig Antworten kann. Danke schon einmal dafür. Dennoch teile ich ihre Meinung nicht. Das auch unter Ausländischen Mitbürgern einige sind die sich daneben benehmen ist tragisch. Aber nur Menschlich. Der einzelne Mensch ist schlecht ob deutsch oder nicht. Denken Sie mal darüber nach! Verlassen Sie die pauschalisierung und betrachten nur die einzelnen Menschen. Und deswegen Hass und Rassismus wählen ist keine Lösung. Ich bedauere ihre Entscheidung und hoffe sie gehen noch einmal in sich.

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    2. Johannes, es ist prima, dass Du zu Deiner Wahl stehst, das hat mein Bild vom AfD-Wähler verändert. Es wundert mich jedoch, dass Du einerseits so kritisch bist und die Meinungsmaschinerie der „großen Medien“ reflektierst (ein guter und wichtiger Schritt, in jeder Situation), das andererseits aber bei der AfD nicht machst.

      Dir geht es um echte Menschen. Du betrachtest einzelne, an denen Du Dich orientierst, um ein Gefühl für die Gesellschaft zu bekommen.
      Die AfD mag vieles im Programm haben, was bei der aktuellen Verunsicherung der Menschen wohltuend erscheint. Ihr Auftreten als Gesamtgruppe, als professionelle Partei mag hier und da auch noch seriös rüberkommen – aber betrachtet man die einzelnen Menschen in der AfD, merkt man schnell, was das eigentlich für Leute sind. Sie sind leider immer wieder rechts – oft genug auch: radikal -, machthungrig ohne Inhalte oder echte Anliegen, nur mit den Ängsten der Menschen spielend. Gerade die Einzelnen der AfD sind menschlich so gruselig, wenn man mal genau hinsieht – und das sind Deutsche! Das macht mir Angst.

      Migranten und alle Leute, die sich daneben benehmen, haben vielleicht die Möglichkeit, lokal das Leben von Menschen, die sich nicht daneben benehmen, zu beeinflussen – und das nicht zum Positiven, keine Frage. Daran müssen wir generell arbeiten.

      Die AfD hat aber vor, mit ihrem menschenverachtenden Programm die Lebenswirklichkeit von uns allen Deutschen umzukrempeln – und das auch nicht zum Positiven.
      Schlimmer noch: sie will das, was uns Deutsche doch ausmacht, unsere größte Errungenschaft, wofür wir jahrhundertelang gekämpft haben, zunichte machen – nämlich unsere Ansicht, dass jeder tun und lassen, denken und fühlen kann, was er oder sie will, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkuft, solange er dabei keinen anderen schadet. Freiheit! Gleiche Rechte. Sicherheit.

      Die AfDler, die ich kennneglernt habe (und ein Blick ins Parteiprogramm) machen mir immer wieder klar: sie wollen nicht, dass es allen besser geht. Sie wollen nur, dass es IHNEN (und Leuten, die genauso sind wie sie) besser geht und dafür nutzen Sie die Ängste der Menschen, die sich jeden Tag abrackern. Das allein finde ich ein so verachtenswerteres Verhalten, dass sie für mich unwählbar sind. Das ist für mich genauso undeutsch, wie ein Migrant, der seine Frau, die ihm widersprochen hatte, halbtot prügelt, weil er „nicht wusste“, dass man das in Deutschland „nicht macht“ und seine Frau hier auch gern anderer Meinung als er sein darf.

      Beide (AfDler und dieser Migrant) wollen „witzigerweise“ dasselbe: dass wir unsere hart erkämpften Werte wie Freiheit und Gleichbehandlung einschränken und bestimmte Rechte und Freiheiten nur noch für bestimmte Leute gelten.

      Blöd ist, dass viele der anderen Parteien die Ängste der Menshen bisher nicht ernst genug genommen haben. Angst ist nur leider ein schlechter Ratgeber. (Selbst wenn man manchmal in der Angst denkt, der Spruch stimmt gar nicht.)

      Die Linken z.B. sind aber genau dafür angetreten und wären evtl. für Dich auch eine Alternative? Bin zwar überhaupt kein Fan, aber überlege mal, was passiert wäre, wenn auf einmal 30% Linke mit am Regierungstisch gesessen hätten! Das wäre mal ordentlich ungemütlich geworden, das wäre Protest gewesen, der wirkt.

      Die Linke hat nur leider kein schön klingendes Gesamtkonzept angeboten, sondern nur Teillösungen (oder hat nur ein Problem sichtbar gemacht, ohne direkten Lösungsansatz), die zudem auch oft noch Arbeit bedeuten. Alles in allem aber viel realistischer und mit mehr Aussichtauf Erfolg als so mancher markige AfD-Spruch.

      Ich bin stolz darauf, Deutsche zu sein. Aus einer Kultur zu stammen, die es trotz vieler Zerrissenheiten und menschlicher Abgründe gelernt hat(te), ruhig, besonnen und mutig zu handeln. Die es mit Fleiß und unermüdlicher Ausdauer, trotz vieler, vieler Rückschläge, geschafft hat, aus ein paar verstreuten Stämmen eine Kultur zu machen, in der der Einzeln zählt und größtmögliche Freiheit und Rechte, gleichzeitig aber auch die Sicherheit einer großen Gemeinschaft genießt – und das als höchstes Gut ansieht. DaFÜR möchte ich weiterhin kämpfen, nicht GEGEN Andere, schon gar nicht: andere Deutsche.

      Und Du?

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      1. Mir ist natürlich schon bewusst, das die AFD populistisch Auftritt. Allerdings ist die Partei jung und in der Findungsphase.
        Wenn man bedenkt, das die Grünen in ihren Gründerjahren öffentlich darüber nachdachten Sex mit Kindern zu erlauben, dann sehe ich das Gebölke der AFD auch eher als übermotiviert und populistisch, das wird sich aber zeigen in welche Richtung es geht und ich werde die Entwicklung sehr genau beobachten.

        Was Einzelpersonen betrifft, gibts in jeder Partei Leute die Mist von sich geben.
        – Altmaier zuletzt mit seinem undemokratischen Aufruf nicht wählen zu gehen.
        – Claudia Roth die auf einer Deno unter ’nem Schild marschiert auf dem steht: „Deutschland verrecke/ Deutschland du mieses Stück Scheisse“
        Usw. Usf.
        Diese Einzelaktionen sehe ich den Leuten nicht nach. Wichtig! ist mir jedoch die Parteilinie.

        Mir missfällt zudem der Gedanke von Europa als zweitem Amerika, dieses Leitlinie scheint manisch verfolgt und alternativlos – hier stelle ich mich quer!
        Das war auch ein Grund die AFD zu wählen.

        Die AFD hat jetzt die Chance sich von extremistischen Gedanken zu distanzieren und konstruktiv zu arbeiten und fleißig zu sein – das erwarte ich.
        Geschieht das nicht würde ich sie auch nicht wiederwählen.

        Manche Gedanken der Linken sind wirklich gut, aber auch nicht alles Gold, ebenso sehe ich das mit der AFD – in diesem Sinne denke ich das ein breiterer Diskurs unserer Demokratie gut tut.

        Noch ein kurzes Schlusswort.
        Bitte stigmatisiert die AFD Wähler nicht als Nazis oder überhaupt.
        Es wäre genauso doof wie die Linken-wähler als Kommunisten zu bezeichnen.
        Diese Stigmatisierung ist undemokratisch und macht den Anwender unglaubwürdig.
        Man hört ihm nicht mehr zu.
        Dies führt zu Gräben und Vorurteilen.
        Ergo: Es spaltet die Gesellschaft

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      2. Hallo , erst einmal danke für deine ruhige und offene Art. Leider Teile ich immer noch nicht ihre Gründe die AfD zu wählen. Die AfD ist rechts und hat Nazis unter sich. Aussagen von Gauland und co. sind eindeutig rechte Hetze und Propagandistisch. Und es wird nach Petry austritt nicht besser werden. Im Gegenteil! Das mit Claudia Roth und das nicht distanzieren war absolut nicht in Ordnung. Und wahlbeukott aufrufe auch nicht. Aber das aus meiner Sicht kein Grund alle Parteien zu verurteilen und rechts zu wählen. Die Stigmatisierung der AfD Wähler zu Nazis haben diese sich selbst zuzuschreiben. Ich verfolge seit vielen Jahren wirklich Heftige nazistische, rassistische und Hass und Hetze post’s im Internet und immer mit Bezug und Wahlaufruf zur AfD. Und da bleibt einem nur das als Nazistisch zu betiteln, weil es an Nazis erinnert. Die Spaltung betreibt aus meiner Sicht die AfD durch ihren Populismus. Und noch etwas ! Macht es Ihnen keine Sorgen wenn die AfD sich über geheime Firmen und Geldkonten in der Schweiz finanzieren ? Und das auch andere europäische Rechtsradikale Gruppen offen dazu bekennen die AfD zu unterstützen?

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      3. Hallo Torsten, dies ist mein letzter Post. Ich zitiere mal aus Ihrer Antwort:

        „Leider Teile ich immer noch nicht ihre Gründe die AfD zu wählen.“

        In der Anthropologie, der Lehre vom Menschen, spricht man davon, dass die eigene Weltanschauung dem Menschen am nächsten steht – meist sogar noch vor der Religion, sofern religiös.

        Wissen Sie wie die Welt heute aussehen würde, wenn jeder nur das getan hätte was er für die Welt am besten hielte?

        Genauso wie die Welt heute ist.

        Egal wieviel wir noch schreiben werden, unsere Positionen werden nicht zusammenfinden.
        Unter anderem liegts auch an dem unpersönlichen, anonymen Medium hier, das für ernsthafte Debatten mMn nicht besonders geeignet ist.

        Ich könnte argumentativ durchaus Stellung beziehen, tue es aus oben genannten aber nicht und bevor ich Sie stumm verlassen, wollte ich Sie das noch wissen lassen.
        Für derart unterschiedliche Auffassungen, bevorzuge ich das persönliche Gespräch, da muss ich mir auch nicht soviel tippen.

        Danke für den Austausch. =)

        Mit freundlichem Gruß
        Johannes Müller

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    3. Torsten, mich würde dann interessieren warum die AfD gewählt hast?

      Gerade in Hamburg, der Stadt dass wohl wie keine andere den Multikulturalismus lebt, in der es eine liberale und Menschen offene Gesellschaft gibt. Wo immer schon Menschen aus unterschiedlichen Ländern, gelebt, gearbeitet haben oder eben Landgang hatten.

      Die AfD, wenn man sich jetzt mal Abseits der Identitären Bewegung, Abseits der Kontakt zu Neonazis (und alles lässt sich doch haarklein belegen) , hat eine ordoliberales Programm, was selbst eine FDP vor Neid erblassen lässt.

      Rente mit 70 (45 Arbeitsjahre heißt auch das die Schule / Studium nicht mitgerechnet wird)

      Eine größere Analyse des Wahlprogramms / Grundsatz Programms findest du hier:

      https://makronom.de/wahlprogramm-bundestagswahl-die-afd-ist-keine-partei-der-kleinen-leute-21449

      Aber kommen wir doch mal zum Thema Kontakte der AfD in die Rechtsradikale Szene:

      Und du wirst dich höchstwahrscheinlich noch mehr wundern, mit wem die alles Kontakt haben:

      Übersicht der AfD Abgeordneten die klar Rechtsradikal sind oder zumindest Kontakte haben

      http://www.bento.de/politik/afd-dutzende-rechtsradikale-auf-den-vorderen-listenplaetze-zur-bundestagswahl-2017-1681100/

      „So gab es etwa am vergangenen Wochenende beim „AfD-Russlandkongress“ in Magdeburg lobende Worte für die Generäle der Waffen-SS. Nachdem das bekannt geworden war, behauptete Poggenburg einfach, es habe bei der Veranstaltung keinen „Jubel für die Waffen-SS“ gegeben – trotz eindeutiger Belege auf Video.“

      https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/wie-h-lt-es-die-afd-mit-rechtsextremen

      Selbst AfD Mitglieder oder Landtagsabgeordnete sind wegen Rechtsextremismus in der Partei zurückgetreten

      http://www.tagesspiegel.de/politik/thueringen-afd-vize-sieht-rechtsextreme-tendenzen-und-tritt-zurueck/20019906.html

      VERBINDUNGEN IN DIE RECHTSEXTREME SZENE
      http://www.belltower.news/artikel/wie-rechtsextrem-ist-die-afd-12583

      Und es gibt tausend weitere Artikel zum Thema AfD und Rechtsextremismus.

      Wenn dich der Text erschrocken hat, solltest du dich aber bei der AfD fragen, warum du sie gewählt hast?

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      1. Der zentrale Punkt an AfD-Wählern wie Johannes ist ja, dass sie eben nicht ahnungslose, unaufgeklärte Nazis sind, die blind ein paar Versprechen zur Wiederherstellung sozialer Balance aufgesessen sind – das hat sein Posting oben ja ganz deutlich gemacht. Nein, es ist schlimmer und erschreckender: er weiß ganz genau, wen da wählt und kalkuliert die Provokation mit rechten Inhalten bewusst mit ein. Wer so denkt, ist durch Ausfklärung über seinen Bettgenossen nicht beizukommen – er braucht auch keine. Wie ich anfangs auch dachte, rührt das Wählen der AfD entweder von Unwissenheit oder dümmlichem Brauntum her. Dass es Menschen gibt, für die Provokation mit allen Mitteln, auch dem des Faschismus, in Ordnung geht, das hätte ich mir im schlimmsten Albtraum nicht ausmalen können.
        Das bedeutet, dass Ihnen Rechtstum nicht so fremd ist, wie sie sich und anderen gern vormachen – gleichzeitig können sie ihre Wahl aber stets auf andere Motive (z.B. die „reine“ Provokation) schieben und sind moralisch aus dem Schneider. DAS gruselt mich viel mehr als jedes andere Motiv. Es bedeutet nämlich die erfolgreiche Verbreitung des Mechanismus, der den Faschismus wieder in unsere Mitte katapultiert und vor allem: anschlussfähig gemacht hat – womit ich wieder am Anfang meiner Argumentation wäre.

        Es bedeutet auch, dass Aufklärung über die AfD kein geeignetes Mittel gegen selbige darstellt. Und während wir wohlmeinenden Aufklärer noch damit beschäftigt sind, hat faschistisches Gedankengut Wege gefunden hat, sich mehr oder weniger offensichtlich an der frischen Luft zu ahlen – und dieser Geist wird sich nicht einfach wieder in die Flasche zurückbefördern lassen.

        „Während Du schliefst“ war so ein schöner Filmtitel. Schlafes‘ Bruder ist ebenfalls allgemein bekannt.

        Wenn uns das nicht in höchste Alarmbereitschaft versetzt, was dann?

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  11. Zu Zeiten des Viermächtestatus wäre das nicht passiert. Dort hätte man mit den neuen Mitbürgern mit ostdeutschem Migrationshintergrund kurzen Prozess gemacht.

    Je stärker die AfD wird, desto mehr wünsche ich mir die Mauer zurück.

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    1. Ich dachte erst, nsja ist vielleicht so. Aber nachdem ich das schlaue, unbestechliche Google fragte kamen folgende Erkenntnisse und Fakten zu Tage. Am meisten AfD wurde durch sehr viele Menschen im Kalifat NRW gewählt. Stellte die allermeisten Abgeordneten. Platz 2 der absoluten Stimmen kommen aus dem Bayern, noch ohne Obergrenze. Wo die AfD witzigerweise die SPD in vielen Wahlkreisen überholt hat und auf Platz 2 landete. Am 3. häufigsten wurde die AfD von Mulikultmissverstehern im Ländle Baden Württemberg gewählt. Und ohne Medallienrang nur auf Platz 4 sind die Wahlstimmen in Sachsen zur AfD gewandert. Da wird mit Mauerbau wohl nur ne rhetorische Plattitüden um sich selbst besser zu fühlen und sich moralisch über andere zu erhöhen. Denn die nachzählbaren Fakten sehen mehr Stimmen und Wähler in westlichen Bundesländern die Zuwanderungsprofis sind.

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    2. Das war aber mal ein „toleranter, menschenwürdiger Post“ (Sarkasmus aus) – sowas verstehe ich unter Linksfaschismus. Der war es übrigens auch 1933. So schnell fällt man auf der anderen Seite vom Pferd…

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  12. Wow!
    Ich lebe im Süden Deutschlands mit meinem schwarzen Mann und den gemischten Kindern (3und5). Bisher habe ich im Alltag keinen Rassismus erlebt! Ich vergesse die Hautfarbe meistens. Mein Sohn diskutiert mit seinem besten (weißen) Freund, dass sie doch eigentlich Zwillinge sind. Die Kinder reden (selten) über Hautfarben, aber negative Kommentare kenne ich nicht. Mein Mann kennt Rassismus, wenn er allein unterwegs ist. Aber hier habe ich den Eindruck, dass die Kinder „bunt“ aufwachsen und das als normal erleben.
    Ich bin schockiert über deine Erlebnisse, vor allem auch schon unter den Kindern! Dass ich nicht in bestimmten Städten im Osten Deutschlands mit meiner Familie leben möchte war immer klar, dass es so schlimm ist hätte ich nicht gedacht! Was kann man dagegen tun???

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  13. Ich möchte der Autorin für ihren Mut und ihre Offenheit danken!!! Ich teile die Bedenken und auch ich möchte nicht überlegen müssen, wo ich gefahrlos hingehen kann und wo nicht.

    Ich hoffe aber, dass Demokratie und Vernunft letztlich gegen Hass und Intoleranz siegen werden. Bedenklich finde ich allerdings, dass sich aktuell die meisten Politiker nur Gedanken darum, wie die Parteien ihre Programme ändern sollten, um Wähler von der AfD zurück zu gewinnen…. Sie sollten lieber überlegen, wie man die Menschen davon überzeugen kann, dass die Ideen dieser Gruppe eben weder Lösungen noch Alternativen sind.

    In der Hoffnung auf den Sieg von Vernunft, Weisheit und Menschlichkeit über Platte nationalistische Parolen,

    Tim

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  14. Bedanken Sie sich bei Frau Merkel?

    Die hat 2015 die Deutschen vor eine ganz einfache Wahl gestellt: Entweder sie akzeptieren eine ungeregelte, unkontrollierte Masseneinwanderung ganz nach Tageslaune der Regierung. Oder sie wählen eine in Teilen rassistische und rechtsradikale Partei.

    War vielleicht nicht die beste Idee, dieses Ultimatum.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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    1. 87% sagen immer noch ja zur Rettung und Hilfe für Flüchtlinge. Denken Sie mal darüber nach !! Sie sind in der Minderheit und nicht in der Position Frau Merkels Handeln in Frage zu stellen.

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      1. Na dann ist ja alles gut. Die 87% haben also nichts gegen 1 Million plus Migranten jährlich, also würde die Neuaufnahme der Politik von 2015 auf begeisterte Zustimmung stossen.

        Wann fangen die 87% damit an?

        Gruss,
        Thorsten Haupts

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      2. Überall! Medien ! ( nicht nur ÖR) Facebook! Twitter! Menschen wie sie nennen es dann immer Linksversifft und wollen es nicht wahr haben.

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      3. Wenn 82 Millionen Deutsche 1 Million Flüchtlinge aufnehmen, dann müssen sich im Durchschnitt 82 Deutsche um einen Flüchtling kümmern. Na au weia. Nur Feiglinge und Egoisten haben damit ein Problem.

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      4. Da kommt jetzt bestimmt gleich das AFD Wähler Argument. Ich will aber nicht für diese Musel zahlen. ^^ Dann sag ich gleich mal. Wandert aus !!

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      5. Die meisten Deutschen gäbe es gar nicht, wenn ihren Eltern oder Großeltern im und nach dem zweiten Weltkrieg nicht geholfen worden wäre, als sie auf der Flucht waren. Und das Wirtschaftswunder der 50er Jahre hätte es nicht gegeben, wenn die Amerikaner nicht geholfen hätten. Und ohne die ganzen Gastarbeiter auch nicht. Jetzt leben die Deutschen im Wohlstand und können auch mal etwas abgeben. Einfach mal christlich benehmen, aber das verstehen diese Rassisten leider nicht.

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  15. Ich würde darüber trotzdem nicht allzu traurig sein, man weiß ja, von wem es kommt. Warum seid ihr überhaupt nach Potsdam und nicht in den Westen in die Nähe einer Universitätsstadt gezogen? Im Osten ist überwiegend die Bildungsunterschicht verblieben, besonders im Raum Dresden/Görlitz. Glaubt man diversen Internetstatistiken, ist dort der Durchschnitts-IQ auch erschreckend niedrig.

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